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01.02.2010

 

 

Kugel Zahnärzte für Indien
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Eine rollende Zahnklinik für Madurai
Der Mössinger Zahnarzt Michael Butzki engagiert sich bei der Organisation Zahnärzte für Indien (Bericht aus dem Schwäbischen Tagblatt, 13.04.2004)

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Zahnärzte für Indien
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Normalerweise tut Michael Butzki das, was Zahnärzte eben so tun: Er wirft prüfende Blicke in Münder, bohrt, macht Füllungen, richtet Zähne.
Doch im vergangenden Jahr bretterte der Dußlinger, der in Mössingen seit 13 Jahren eine Praxis hat, 2000 abenteuerliche Kilometer über indische Pisten.
Das Ziel von Butzki und seinem Ettlinger Kollegen Ulrich Eimer:

Die wohl erste mobile Zahnklinik des Subkontinents ins südindische Madurai zu bringen.
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"Ohne eine laute Hupe kommt man auf indischen Straßen nicht weit", sagt Michael Butzki.
Mal bevölkerten kreischende Affenhorden die Straße, mal mussten Ochsenkarren oder sogar Tempelelefanten mit dem "Power Horn" von der Straße gescheucht werden.
Anfang des Jahres starteten Michael Butzki und Ulrich Eimer, Chef der Hilfsorganisation "Zahnärzte für Indien", zu ihrem spannenden Hilfs-Tripp auf den Subkontinent.
2000 Kilometer sind es von Bombay nach Madurai, die beiden Zahnärzte aus Deutschland reisten mit 40 Kmh Durchschnittsgeschwindigkeit.

Stuhl, Röntgengerät, Amalgam-Mischer, Sterilisation und Klimaanlage – die auf einem indischen Militärlaster montierte Praxis ist für indische Verhältnisse bestens ausgestattet.
40.000 Euro, alles Spendengelder, kosteten Gefährt und Inventar.
"In Deutschland wäre es fünfmal so teuer geworden", sagt Butzki. Doch nicht nur deshalb entschied sich die Hilfsorganisation für indische Produkte – für künftige Reparaturen ist die einfache Beschaffung von Ersatzteilen zentral.
Die mobile Klinik soll vor allem in den entlegenen ländlichen Gebieten Südindiens zum Einsatz kommen.

Schon als Zahntechniker und später als Zahnmedizin-Student reiste Michael Butzki in die exotischsten Gegenden des Globus, kam in Südostasien, Pakistan, China, Australien und den USA herum.
Seine Liebe zu Indien entdeckte er 1986 während eines Praktikums. Drei Monate arbeitete er in der zahnmedizinischen Abteilung eines Bombayer Krankenhauses: "Dort habe ich
Zähne ziehen gelernt". Einige Jahre später, das Studium war gerade abgeschlossen, lernte er die 1983 gegründete Hilfsorganisation "Zahnärzte für Indien" kennen.
Die elf derzeit vom Verein betreuten Zahnstationen sind an die indischen Heime der Duisburger "Kindernothilfe" angegliedert.

Rund 100 Zahnärzte aus ganz Deutschland reisen regelmäßig nach Indien und arbeiten dort mehrere Wochen nur für Kost und Logis.
Im zweitgrößten Land der Welt ist der Zahnarztbesuch für viele Familien unerschwinglich.
"Wir versorgen die Ärmsten der Armen", sagt Butzki.
Den derzeitigen Wirtschaftsboom in Indien betrachtet er mit Skepsis: Die Slums seien immer noch riesig, auf dem Land passiere nicht viel. "Unten kommt von dem neuen
Reichtum fast nichts an". Ein großes Problem ist für Butzki auch die mangelhafte Hygiene-Aufklärung, zu beobachten etwa beim "Baby-bottle-syndrom".
Viele Babys und Kleinkinder, erklärt der Dußlinger, bekämen zur Beruhigung regelmäßig Kekse oder Fläschchen mit süßem Tee in den Mund gesteckt. Das Resultat:
Bei der Hälfte der von Butzki untersuchten 4- bis 14-Jährigen waren die Zähne "so richtig schlecht".

Weit über 10.000 indische Kinder werden jedes Jahr von ehrenamtlichen Dentisten aus Deutschland behandelt – Reihenuntersuchungen machen's möglich.
Aufklärung, Zahnprophylaxe, Bohren, Füllungen, und "wenn's nicht anders geht" auch mal einen Zahn ziehen, ist der Job von Butzki und Kollegen.
Eigentlich gar nicht so viel anders als das tägliche Geschäft in Mössingen. Warum er seinen Jahresurlaub dieser Arbeit opfert? Neben der Lust des Weltenbummlers, "in fremde Kulturen einzutauchen, mit den Leuten anders und intensiver in Kontakt zu
kommen", ist es wohl nicht zuletzt "das Lächeln der Kinder", denen Butzki helfen konnte.
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Homepage der Hilfsorganisation Zahnärzte für Indien:
www.zahnaerzte-fuer-indien.de
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